Abmahnkeule… Helm vergessen?

In Teutschland geht es vor Gericht, nur noch am Rande, darum Recht nach Gesetzeslage zu bekommen. Nein, hier soll der Gegner möglichst auch finanziell ruiniert werden. Und das immer noch nicht entschärfte deutsche Abmahnrecht gibt hier alle Mittel in die Hand. Jüngstes Beispiel: “Springer gegen Bildblog“! Bildblog hat einen Beitrag über “Welt Online” und ihre Rüge des deutschen Presserates geschrieben. Und dabei ist ihnen ein Fehler unterlaufen. Aber Bildblog wäre nicht Bildblog, die Autoren haben ihren Fehler selbst bemerkt und ihren Beitrag daraufhin sofort geändert. Das störte die Leute von Springer wenig. Gleich drei Abmahnungen flatterten der Redaktion von Bildblog ins Haus. Die dadurch angeblich entstandenen Anwaltskosten selbstverständlich saftig: 2407,36 Euro. Nach eigenen rechtlichen Absprachen wurde der Beitrag nochmals verändert. Jetzt gaben sich die Leute von Springer rechtlich zufrieden: “unsere Rechtsansprüche gegen sie, werden wir nicht weiter verfolgen”. Aber leider ist da ja immer noch die böse böse Verletzung der Unternehmenspersönlichkeitsrechte von dem Verlag Springer. Und das heißt im Juristendeutsch nichts anderes: Die 2407,36 Euro sind unverzüglich abzudrücken.
Rechtlich gibt man sich zwar zufrieden, aber eigentlich möchte man den lästigen Kritiker für immer los werden. Und das geht in Teutschland am einfachsten und am schnellsten mit dem Abmahnrecht und seinen künstlich überteuerten Anwaltsforderungen.

Sollten Sie der gleichen Meinung sein, können sie ihre Meinung kundtun, indem sie Bildblog eine kleine Spende zu kommen lassen.

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Am 22. April 2010 um 11:32 und abgelegt unter Katgorie : Abmahnanwalt, Abmahnung, Abzocke, Blog´s, Internet, Medien, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback in ihrer Internetseite setzen.

5 Kommentare

 1 

Dem Bildblog ist ein Fehler unterlaufen, der nicht passiert wäre, wenn sich der Autor an die Ratschläge des Medienjournalisten Stefan Niggemeier gehalten hätte: Erst recherchieren, dann schreiben.
Hätte Bildblog das befolgt, hätte es keinen Artikel gegeben, also auch keine Abmahnung.
Trotzdem sollte Axelotl Springer seine Rechtsanwälte selber bezahlen. Das Bildblog aber sollte diese würdelose Bettelei unterlassen. Niggemeier hat genug Preisgelder bekommen und Honorare von der FAS, so dass er für seine Schlamperei selbst einstehen kann.

22. April 2010 um 11:52
Redaktion
 2 

Zu Herrn Niggemeier kann man ja nun stehen wie man will. Jeder Mensch macht Fehler! Wir auch.
Aber immer gleich mit einer kostenpflichtigen Abmahnung zu kommen :abmahn: halten wir echt für armselig.

22. April 2010 um 12:05
 3 

Die Redaktion schreibt: “Immer gleich mit einer kostenpflichtigen Abmahnung zu kommen halten wir für echt armselig.”
Dem stimme ich zu. Ich bin auch dafür, gerade wenn es sich nur um Meldungen oder Meinungen handelt, zunächst das Gespräch zu suchen.
Immer gleich mit Abmahnungen gekommen ist Springer in Bezug auf das Bildblog aber gerade nicht. Aus welchen Gründen auch immer hat Springer das Bildblog seit sechs Jahren ignoriert. Meistens war die Kritik der Bildblogger wohl berechtigt, aber manches Mal hätte Springer auch so vorgehen können wie jetzt. Das begann schon mit dem Namen “Bildblog”. Die Markenrechte an “Bild” liegen eindeutig bei Springer. Vielleicht haben die das auch nur verpennt oder sie waren zu überheblich.
Wie gesagt: Springer soll seine Anwälte gefälligst selbst bezahlen, Niggemeier seine Fehler auch.

22. April 2010 um 12:51
Redaktion
 4 

Die Wortmarke “Bild” lässt sich wohl nicht schützen. Ansonsten dürften ja Begriffe wie Passbild, Bilderrahmen etc. nicht mehr benutzt werden. “Bild” ist ein gemeinnütziger Begriff der fest im deutschen Sprachgebrauch verankert ist. Und somit nicht schützbar.
Eine zweite Zeitung mit diesem Namen wäre urheberrechtlich aber dann schon ein Problem. :judge:

P.S. Das “armselig” war allgemein gemeint und nicht auf den Springer-Verlag allein bezogen. Aber sie scheinen ja ein allgemeines Problem mit dem Herrn Niggemeier zu haben.

22. April 2010 um 15:40
Beobachter
 5 

Es ist immer wieder schön mit zu erleben, wenn Menschen merken, das deutsche Justiz, nichts aber auch rein gar nichts, mit der Fernsehcomedy Richterin Salisch oder Richter Hold zu tun hat! :kaputtlach:

23. April 2010 um 16:07

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