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Jan

Ist ELENA der Anfang von STASI 2.0

Erstellt von: Redaktion

Ab Januar soll die geplante bundesweite Erfassung von Arbeitnehmerdaten durch die Deutsche Rentenversicherung ELENA-Verfahren bundesweit eingeführt werden. Der "elektronische Einkommensnachweis" (ELENA) soll Kosten einsparen und Bürokratie abbauen. Die Beantragung von Sozialleistungen wie Arbeitslosen- oder Wohngeld soll mit der zentralen Speicherstelle schneller und unkomplizierter erfolgen. Aber die  Liste der Angaben, die die Arbeitgeber hierzu an die Speicherstelle übermitteln sollen, ist mehr als 40 Seiten lang. Neben Angaben wie Name, Adresse und Höhe der Bezüge sollen auch andere Angaben übermittelt werden.
Hierzu sollen gehören:

  • Anzahl der Arbeisstellen
  • Betriebszugehörigkeit
  • Fehlzeiten
  • Ausfallzeiten durch Krankheit
  • Abmahnungen
  • Teilnahme an Streiks (genehmigte wie ungenehmigte)
  • Kündigungsgründe

Nur was haben diese Angaben mir der Berechnung der allgemeinen Abgaben und Rentenansprüche zu tun? Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar sagte der "Thüringer Allgemeinen" vom Samstag, es sei verfassungswidrig, diese Angaben für alle Arbeitnehmer auf Vorratshaltung zu erfassen. Damit sei die Grenze der Zulässigkeit überschritten. "Das ist ein absoluter Skandal", so Werner Filipowski, Vize-Vorsitzender des Verdi-Gewerkschaftsrats. "Gerade in diesen Zeiten des Datenmissbrauchs sollte der Staat seiner Vorbildfunktion gerecht werden und sparsam mit Daten umgehen", pflichtete ihm Peter Wedde, Direktor der Europäischen Akademie der Arbeit in der Universität Frankfurt, bei. Scharfe Kritik kam auch von den Linken. Die Abgeordnete Petra Pau warf dem Staat am Samstag eine "maßlose Sammelwut" vor. Auch der Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert warnt vor dem geplanten elektronischen Lohnzettel "Elena". Das sei nichts anderes als eine weitere Vorratsdatenspeicherung, diesmal beim Finanzamt.
Wenn man sich das Überwachungs-Dossier des CTRL-Blogs der taz anschaut und dann noch die Daten aus dem ELENA-Verfahren, ergibt das ein rundes Bild des gläsernen Bürgers. Somit erspart man sich in Inland jede Menge Ermittlertätigkeit. Auf Knopfdruck können Bewegungsprofile, politische Ausrichtung, allgemeine Lebensweise, sexuelle Ausrichtung, materielle Absicherung, Freundeskreis, außergesellschaftliche Tätigkeiten, Krankheitsbilder von unbescholtenen Bürger zu jeder Zeit immer aktuell angefertigt werden.

Dafür musste die damalige STASI der ehemaligen DDR, noch tausende IM´s einsetzen.

Jeder erinnert sich an den Skandal der Mitarbeiterüberwachung bei Lidl und Co. Und an die Reaktionen verschiedenster Politiker des Bundestages. Aber nichts anderes, als wie Lidl und Co. wollen Sie jetzt von seiten des Staates, per Gesetz einführen!

Am 1. Januar 2010 um 23:13 und abgelegt unter Katgorie : Denunziantentum, STASI 2.0, Überwachungsstaat. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback in ihrer Internetseite setzen.

4 Kommentare

milchbaum
 1 

Hmm, der hat meinen Kommentar hier iwie nicht akzeptiert… keine Lust nochmal alles neu zu schreiben, aber: danke für die Info, war mir bislang noch nicht bekannt…

6. Januar 2010 um 20:13
 2 

Gehört nicht hierhin, aber: Die Mailadresse von “ganz unten” funktioniert nicht. Bitte eine funktionierende angeben, würde mich gerne mit Herr und/oder Frau Betreiber in Verbindung setzen.

Danke. :)

18. Januar 2010 um 19:37
 3 

Der Staat speichert immer mehr Daten über seine Bürger. Sicher, Vorteile und Nachteile gibt es immer.

Vier Fragen hätte ich da:

1. Wie sicher werden die Daten übertragen?
2. Wie sicher werden die Daten gelagert?
3. Wer hat Zugriff auf die Daten?
4. Wer überwacht das alles?

Eine weitere interessante Seite zum Thema – siehe Link.

20. Januar 2010 um 20:27
Anonymous
 4 

Gegen das Datenmonster “ELENA” und die damit verbundene Datenspeicherung auf Vorrat gibt es jetzt eine Online-Petition, von Peter Casper. Die E-Petition kann über die Seiten des Deutschen Bundestages erreicht werden. Ende der Mitzeichnungsfrist 02.03.2010

Bitte Mitzeichnen und weitersagen!
:wink:

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=8926

21. Januar 2010 um 14:32

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